Dortmunder für ihr Schauspiel
Dortmunder für ihr Schauspiel – 2017 feiert der Verein sein 35 jähriges Bestehen. Dieses Jubiläumsjahr soll eine Phase der Weiterentwicklung für die Schauspielfreunde werden. Dies ist nicht allein im Sinne von Wachstum zu interpretieren, sondern auch hinsichtlich von Vielfalt und Akzentuierung.
Wir haben uns zwei einfache Fragen gestellt: Welche Art von Unterstützung kann das Schauspiel brauchen? Was können wir als Freunde des Schauspiels leisten und mit Freude geben?

Vom gefährdeten zum gefeierten Schauspiel
Das Schauspiel Dortmund (und damit ist sowohl das bestaunte Theaterlabor unter der Intendanz von Kay Voges als auch das hervorragend agierende Kinder- und Jugendtheater unter Andreas Gruhn gemeint) hat sich von einem gefährdeten zu einem gefeierten entwickelt. Dies ist mittlerweile allen Verantwortlichen bewusst. Und ebenso klar ist, dass ein bejubeltes Schauspiel (in Verbindung mit den tollen ergänzenden Sparten unter dem Dach „Theater Dortmund“) für viele Protagonisten in der Wirtschaft und der Bürgergesellschaft – auch im Vergleich zu unseren Nachbarstädten – von gewaltiger identitätsstiftender Kraft ist.

Wofür werden wir Schauspielfreunde gebraucht?
Von einem modernen Schauspielbetrieb kann man erwarten, dass er wirtschaftlich geführt wird. Aber es soll immer wieder betont werden, dass Kunst – und darum handelt es sich beim Schauspiel immer – nicht messbar ist und aus der Sehnsucht und Energie Einzelner erwächst, die einander motivieren, begeistern können und dann die Chance haben, dieses Feuer an Ihr Publikum weiterzureichen.
Und hier können wir Schauspielfreunde einen ersten Beitrag leisten, weil wir – wie es sich für echte Freunde schickt - durch dick und dünn mitgehen und unsere Anerkennung und Wertschätzung nicht an Bedingungen knüpfen.

Ideelle Unterstützung
Die erste Säule unseres Wirkens, die ideelle Unterstützung und die Freude daran, dieses Schauspiel mit möglichst vielen zu erleben, zu teilen und weiterzutragen. Denn die jeweilige Inszenierung in Begleitung der Diskussionen davor und danach, ist eines der wenigen verbliebenen Foren für die Bürger. Und im Schauspiel Dortmund wird - wie kaum woanders – die Nähe zur Stadt, seinen Bürgern und auch denen, die sich „am Rand bewegen“ gesucht, die Räume für vielfältigste Gruppen geöffnet.
Hier können wir mitwirken, Schwellen abzubauen und die Foyers zu Orten der Begegnung auch diesseits von „sehen und gesehen werden“ zu machen und die einzuladen, denen in einer immer virtueller empfundenen Welt nach einem direkt und unmittelbar mit allen Sinnen empfindbaren Live-Erlebnis dürstet.
Dieser Abbau von Hemmschwellen erfolgt auch in finanzieller Hinsicht, indem z.B. absolut unbürokratisch für Schüler aus schwierigeren Verhältnissen im Rahmen des Realschulprojektes die Tickets bezahlt werden.

Materielle Unterstützung
Dies ist die zweite Säule des Vereinswirkens: Unsere Mitgliedsbeiträge und Spenden fließen wieder dem Schauspiel zu, so dass Produktionen unkompliziert und schnell unterstützt werden und die Rahmenbedingungen für hervorragendes Schauspiel verbessert werden. Hier wird es eine der wesentlichen Herausforderungen sein noch mehr Dortmunder für ihr Schauspiel zu gewinnen, zu begeistern und für eine langfristige Partizipation zu gewinnen.

Tatkräftige Unterstützung
Die dritte Säule unseres Wirkens ist die tatkräftige Unterstützung unserer Mitglieder. Sei es, dass wir Flyer auslegen, neuen Gästen einen Willkommenssekt anbieten oder Veranstaltungen organisieren wie beispielsweise die Verleihung der Schauspielpreise oder das Halbzeitgespräch. Diese sollen unser Schauspiel in den Focus der Aufmerksamkeit rücken und immer wieder eine Chance für „Neue“ bieten, sich mit dem Schauspiel anzufreunden.

Es gibt also - auch oder erst recht bei einem sehr erfolgreichen Schauspiel – mannigfaltige Möglichkeiten der Unterstützung, um einen Beitrag zur Festigung der Exzellenz unserer Dortmunder Schauspielbühnen zu leisten. Und je attraktiver die Rahmenbedingungen für unsere Theaterschaffenden sind, desto eher kann man herausragende Persönlichkeiten hierhin „locken“ und nachhaltig an Dortmund binden.

Dieser Gedanke ist also nicht uneigennützig. Viele Schauspielfreunde empfinden einen gewissen Stolz, eine Dankbarkeit und fühlen sich beschenkt von dieser Stadt und von diesem Schauspiel. Wir sind einfach dankbar, wenn wir etwas zurückgeben können.

 Foto: Birgit Hupfeld